Was zeigt eine EPD?
Environmental Product Declaration
Was ist eine EPD?
Eine EPD nach Typ III ist ein standardisiertes, von einer externen Stelle verifiziertes Dokument, das die Ökobilanz (LCA) eines Produkts zusammenfasst. Sie liefert Daten zum ökologischen Fußabdruck eines Produkts über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg – von der Rohstoffgewinnung über die Herstellung bis hin zur Installation, Nutzung und Entsorgung.
Um Informationen zu den Umweltauswirkungen unserer Produkte transparent bereitzustellen, veröffentlichen wir Umweltproduktdeklarationen (EPDs) für zahlreiche unserer Kollektionen.
Fundierte Entscheidungen
EPDs sind besonders nützlich für Planer, Nachhaltigkeitsexperten und alle, die Folgendes erreichen möchten:
- Datenbasierte und verantwortungsbewusste Materialentscheidungen treffen
- Projekte an Zertifizierungen für nachhaltiges Bauen wie DGNB, LEED, WELL oder BREEAM ausrichten
- Den CO₂-Fußabdruck verschiedener Materialien vergleichen und bei der Materialauswahl berücksichtigen
Der Aufbau einer EPD
Die Berücksichtigung der Umweltauswirkungen eines Produkts kann eine wichtige Grundlage für kreislaufwirtschaftliche Entscheidungen sein.
EPDs sind zwar ein leistungsstarkes Instrument zur Entscheidungsfindung, jedoch enthalten sie auch Fachbegriffe und komplexe Daten, deren Interpretation eine Herausforderung darstellen kann.
Produktinformationen
Eine EPD beginnt in der Regel mit 1–5 Seiten, auf denen detailliert angegeben ist, wer das Dokument in Auftrag gegeben hat, wie lange es gültig ist, welche Einheit angegeben wird, welche Normen angewendet wurden, wer der Programmbetreiber ist, wer die unabhängige Prüfstelle ist und welche Software und Datenbanken für die Bewertung verwendet wurden. Diese grundlegenden Informationen sind entscheidend, wenn Sie verschiedene EPDs vergleichen möchten. Sie sollten sicherstellen, dass ähnliche Dokumente bei einem Vergleich bewertet werden.
Lebenszyklusphasen - Module
Die Auswirkungen des Lebenszyklus in einer EPD werden gemäß der Norm EN 15804 in Module unterteilt.
Jedes Modul steht für eine bestimmte Phase im ökologischen Lebenszyklus des Produkts - von der Rohstoffgewinnung bis zum Ende der Nutzungsdauer. Anhand dieser Module können Sie erkennen, wo die meisten Auswirkungen auftreten, welche Entsorgungsszenarien angenommen werden und ob das Produkt am Ende seiner Nutzungsdauer recycelt werden kann.
A1–A3 Rohstoffe, Transport und Herstellung (Produktionsphase)
A4–A5 Transport zum Einsatzort und Installation / Verlegung
B1–B7 Nutzungsphase (z. B. Reinigung oder Wartung)
C1–C4 Ende der Nutzungsdauer (z. B. Demontage, Sortierung, Entsorgung oder Recycling)
D Potenzieller Nutzen und Lasten außerhalb der Systemgrenze, also über den ersten Produktlebenszyklus hinaus (z. B. zurückgewonnene Materialien, Energiegewinne)
Hinweis: Eine „Cradle-to-Gate“-Betrachtung deckt die Module A1–A3 ab.
Warum das Lebensende eines Produkts für dessen Umweltauswirkung wichtig ist
Wenn Sie auf der Suche nach einem kreislauffähigen Produkt sind, sollten Sie stets das Szenario für das Lebensende (Modul C) und darüber hinaus das Modul D prüfen. Dort können Sie nachvollziehen, welche Annahmen zum Ende der Nutzungsdauer und zu möglichen Recycling- oder Verwertungswegen getroffen wurden. Recycling oder ob davon ausgegangen wird, dass es der Verbrennung, der Mitverwertung oder der Deponierung zugeführt wird.
Bei Tarkett konzipieren wir unsere Produkte von Anfang an gemäß dem Kreislaufprinzip. Im Rahmen unseres ReStart®-Programms können viele unserer Produkte zurückgenommen und je nach Produkt, Materialzusammensetzung und Recyclingweg ganz oder teilweise als Sekundärrohstoffe in neue Produkte integriert werden.
FAQ - Häufige Fragen & Antworten
Was bedeutet CO₂e oder CO₂eq?
CO₂e / CO₂eq / CO₂-Äquivalent = Kohlendioxidäquivalent.
Nicht alle Treibhausgase (THG) wirken gleich stark. Als Beispiel:
CO₂ (Kohlendioxid) = Referenzwert 1
Methan (CH₄) wirkt über 100 Jahre betrachtet etwa 28-mal stärker als CO₂
Lachgas (N₂O) wirkt etwa 265-mal stärker als CO₂
Um die Klimawirkung vergleichen zu können, werden die Emissionen in CO₂-Äquivalente umgerechnet. Diese drücken die Klimaauswirkungen verschiedener THG in einer Einheit aus.
Was ist GWP?
Das Treibhauspotenzial (GWP) misst die Klimaauswirkungen eines Produkts – angegeben in kg CO₂e.
Welche Einheit wird für das GWP bei Bodenbelägen verwendet?
In der Regel wird es in kg CO₂e pro m² Bodenbelag angegeben.
Wie lese ich Werte wie -5,85E-01 in einer EPD?
Das „E“ steht für Exponent (wissenschaftliche / exponentielle Schreibweise).
• -5,85E-01 = -0,585
• 1,48E+01 = 14,8
• 6,02E+00 = 6,02
Was ist das „End-of-Life-Szenario“ in der EPD?
Die Umweltauswirkungen eines Produkts lassen sich nicht allein anhand seiner Nutzungsphase beurteilen. Was geschieht am Ende ihrer Lebensdauer? Das End-of-Life-Szenario eines Produkts gibt Aufschluss darüber, ob seine Materialien recycelt werden können oder ob davon ausgegangen wird, dass sie auf einer Deponie landen oder verbrannt werden. Dies zu verstehen, kann dabei helfen, die langfristigen Umweltauswirkungen auf Basis der in der EPD getroffenen Annahmen bewerten.
Wie hoch ist der gesamte CO₂-Fußabdruck einschließlich des End-of-Life-Szenarios?
Der gesamte CO₂-Fußabdruck eines Produkts umfasst seine Auswirkungen über alle Lebensphasen hinweg (Module A–D), wie in der EPD unter „GWP-Total“ oder „GWP in kg CO₂-e“ angegeben. Wenn eine EPD mehrere End-of-Life-Szenarien beschreibt, bedeutet dies, dass jedes Szenario zu einem anderen gesamten CO₂-Fußabdruck führt. Um die Umweltauswirkungen eines Produkts ganzheitlich beurteilen zu können, ist es wichtig, über die Phasen A1–A3 (Cradle-to-Gate) hinauszuschauen und den gesamten Lebenszyklus zu berücksichtigen.
Warum weist das 2,5-mm-Linoleum von Tarkett in den Phasen A1–A3 einen negativen CO₂-Wert auf?
Weil es natürliche Rohstoffe enthält, die während ihres Wachstums CO₂ binden. Die geringen Emissionen bei Transport und Produktion führen zu einer negativen Gesamtbilanz: gemäß der EPD ergibt sich für die Module A1-A3 ein Wert von -0,585 kg CO₂-e/m².
Wie unterstützen EPDs die Zertifizierung für nachhaltiges Bauen?
EPDs liefern verifizierte Umweltdaten, die Gebäudezertifizierungen wie DGNB, LEED, BREEAM oder WELL unterstützen können.